Werk und Diskurs VL 00
- Prof. Dr. Hans Ulrich Reck Kunsthochschule für Medien Köln Werk und/ versus Diskurs? Kunst und Konzept in der Kunstgeschichte von der frühen Neuzeit bis zur Postmoderne Vorlesung (mit Diskussionsmöglichkeiten)/ Theorie – Kunst/ Ästhetik/ Geschichte; offen für Gasthörer 2-stündig Donnerstag 11.00 - 13.00 Uhr Beginn: 21. Oktober 2010 Aula KHM, Filzengraben 2 a Immer wieder, so auch – oder: gerade wieder – heute, erleben wir Phasen einer entschiedenen Absage an das Werk in den Künsten zugunsten der Hinweise auf Ideen, Fragmente, Konzepte oder gar nur tastende Skizzen zu Ideen und Konzepten. Konstant hält sich auf der anderen Seite die hartnäckige Weigerung der Künstler, aus ihrer Sicht den Zusammenhang der Kunst als 'Werk' zu thematisieren. Mit dem Verweis auf den Status der Kunst erübrige sich dies, so wird nicht selten gefordert oder gar wie selbstverständlich festgesetzt. Dennoch: 'Kunst ohne Werk' ist eine Suggestion, die früher oder später immer zum Werk führt. Es ist, auch unter der Voraussetzung diskursiver Intensivierung, immer von einem Werk zu reden, von seinen Gestalten zu handeln. Den strukturellen und historischen Gründen dieser Einschätzung widmet sich die Lehrveranstaltung. Die Ausbildung des Systems der Künste, wie es in den letzten 500 Jahren von den ersten Zäsuren der europäischen frühen Neuzeit bis heute zu einem Weltsystem Kunst geworden ist, fördert zu Tage, dass Werke und Diskurse, Praktiken und Theorien, Poetiken und konzeptualisierte Zeichentheorien sich oft oppositionell zueinander verhalten, aber stets notwendigerweise ergänzen. Es handelt sich also um ein Komplementaritätsverhältnis. Werke bedingen Diskurse, beruhen zuweilen auf ihnen, befördern andererseits deren Dynamik. Werke eröffnen neue Kontexte. Ein stetiger Wandel kennzeichnet die wirkliche historische Bewegung der Ungleichzeitigkeiten. Kunst ist kein 'normales' evolutionäres System. Es ist vielmehr gekennzeichnet durch stetige Durchdringung poetischer, poetologischer und re#exiv-diskursiver Modellbildungen. Es gibt in der Kunst spezi$sche Verbindlichkeiten. Sie können artikuliert und reflektiert werden. Die Lehrveranstaltung geht in historisch beispielgebenden Zäsuren diesen Fragen, Problemen und Zusammenhängen nach. Sie wird als Vorlesung mit Frage- und Gesprächsmöglichkeit durchgeführt. Sie richtet sich an alle an Kunstgeschichte – auch ohne Quali$kationsbedürfnissen oder 'Schein-Ambitionen' – Interessierten, besonders aber an Studienanfänger, denen der Stoff zunächst beschreibend und informativ dargeboten werden wird. Teilnahmescheine werden als Protokolle einer Vorlesung erarbeitet, Leistungsscheine als schriftliche Haus- oder Semesterarbeiten einer Fallstudie aus dem Stoffgebiet der Vorlesung gemäß den Regeln und Bedingungen des digital und analog zur Kenntnis gebrachten Merkblatts 'Praktische Hinweise bei der Erstellung von Hausarbeiten, insbesondere zum Umgang mit der Literatur'.
| Author: | Hans Ulrich Reck |
|---|---|
| Series (Serial Number): | Audiolectures (15,00) |
| Document Type: | Lecture |
| Language: | German |
| Year of Completion: | 2010 |
| Release Date: | 2025/12/12 |
| Licence (German): | Creative Commons - CC BY-NC-ND - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International |


