Werk und Diskurs VL 01
- VL 1: 21. Oktober 2010 Postmoderne Transformation der Autorschaft Die erste Vorlesung des Semesters zur Thematik von Werk und Diskurs setzt mit der unmittelbaren Gegenwartserfahrung ein, dass eine stabile oder konsistente Autorschaft in einer Epoche der Zirkulation frei "ottierender Bedeutungen und Zeichen nicht mehr möglich ist. Allerdings wäre es ein fataler Irrtum, nun einfach von beliebigen, transversal gleichgültigen, divers gleichwertigen und arbiträren Setzungen auszugehen. Gerade die Auseinandersetzung mit dem Werk von Siah Armajani zeigt, dass eine kritische Autorschaft heute durchaus möglich ist, ohne den überkommenen Posen des Subjekts und Künstlerhelden zu huldigen. Vielmehr geht es darum, die gewöhnliche Lebenswelt ästhetisch zu reflektieren und künstlerisch nicht zu überwinden, sondern zu reformulieren mit dem Ziel, ihren Reichtum zu entdecken. Das oft diagnostizierte Verschwinden des Künstlers und der Avantgarde bedeuten einfach, dass es keinen mythologischen Überschuss hermetischer Subjektivität auf Seiten der Kunst mehr gibt. Die Verwirklichung der Avantgarde ist ihr Unsichtbarwerden, ihr Verschwinden im Werk des täglichen Lebens. Dazu gehören auch entsprechende Re-Codierungen. Exkurse zu Kunst, Kultur und Zivilisation in Europa und den USA runden die Einführungsvorlesung ab.
| Author: | Hans Ulrich Reck |
|---|---|
| URN: | urn:nbn:de:hbz:kn185-opus4-8235 |
| Series (Serial Number): | Audiolectures (15,01) |
| Document Type: | Sound |
| Language: | German |
| Year of Completion: | 2010 |
| Release Date: | 2025/12/12 |
| Licence (German): | Creative Commons - CC BY-NC-ND - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International |


